CSD Biberach 2025 – Mehr Menschen, mehr Sichtbarkeit, mehr Haltung
Am 13. Juli 2025 fand der zweite CSD in Biberach statt – und er war ein kraftvolles Zeichen für queere Sichtbarkeit und politische Entschlossenheit. Während beim ersten Biberacher CSD vor zwei Jahren rund 80 Menschen teilnahmen, waren es dieses Mal knapp 450 – ein beeindruckender Zuwachs, der zeigt: Wir sind mehr geworden. Und wir werden lauter.
Für Die Linke sprach Jasmin Weber, Direktkandidatin für den Landtag und queerpolitische Sprecherin des Kreisverbands. In ihrer Rede schlug sie einen kämpferischen Ton an – nicht nur, um queeres Leben zu feiern, sondern um es gegen Diskriminierung, Verdrängung und politische Ignoranz zu verteidigen.
„Queeres Leben wird in dieser Gesellschaft nicht geschützt, sondern geduldet – und das reicht nicht.“
Jasmin sprach offen über die Abwertung, die queere Menschen auch innerhalb vermeintlich liberaler Strukturen erleben. Sie thematisierte ihre eigene Erfahrung als bisexuelle Frau in einer Beziehung mit einem cis Mann – und wie oft ihr deswegen ihre Identität abgesprochen wird.
„Queere Identität ist keine olympische Disziplin. Du musst nichts beweisen, um sichtbar zu sein.“
Ihre Rede war spürbar anders als die der großen Parteien: nicht weichgespült, sondern deutlich, wütend und ehrlich. Sie kritisierte auch aktuelle Aussagen von CDU-Chef Friedrich Merz, der die Regenbogenflagge am Bundestag mit einem „Zirkuszelt“ verglich – eine Verhöhnung aller queeren Kämpfe.
„Friedrich Merz mag denken, wir gehören nicht auf die große Bühne. Aber ich sag euch: Wir sind die Bühne.“
Als Linke stehen wir an der Seite aller, die für Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und Gerechtigkeit kämpfen. Der CSD ist kein bunter Spaziergang – er ist Widerstand gegen ein System, das uns noch immer ausschließt, einschränkt oder ignoriert.
„Wir tanzen – ja. Aber wir tanzen auf Barrikaden.“

